Amor und der Schädel

Amor auf der Menschheit
Schädel hockt;
Wie er dreist auf diesem
Thron frohlockt;

Läßt er Seifenblasen
Rund entstehen,
Die im Blau zu fernen
Welten wehn.

Schimmernd schwebt die Kugel
Hoch im Raum,
Birst, versprüht ihr Seelchen –
Goldener Traum.

Und ich hör den Schädel
Seufzend flehn:
„Laß dies wüste Spiel
Zu Ende gehn!

Was du vergeudest,
Nur zum Scherz,
Monsrum, ist mein Hirn,
Mein Blut, mein Herz!“

[Aus: Die Blumen des Bösen von Baudelaire. Übersetzt von Monika Fahrenbach-Wachendorff]